Sehr
geehrte Eltern,
die Deutsche Schule Santa Cruz,
Bolivien, ist eine von der Bundesrepublik Deutschland
personell und materiell geförderte Auslandsschule. Im
Prinzip ist die Unterrichtssprache Spanisch. Das Fach
Deutsch wird mit erheblichem Aufwand als 1. Fremdsprache
ab der 3. Grundschulklasse auf Deutsch unterrichtet.
Seit November 2007 ist unsere Schule offiziell IB
Schule, d.h. es wird das International
Baccalaureate
(gemischtsprachig) angeboten.
Damit verstärkt sich die Notwendigkeit neben dem
Deutschunterricht auch andere Fächer auf Deutsch zu
unterrichten. Dabei handelt es sich um Biologie,
Geschichte, Geografie und Sozialwissenschaften.
Unsere Schüler nehmen mit hohen
Erfolgsquoten an den Prüfungen des Deutschen
Sprachdiploms der Kultusministerkonferenz der
Bundesländer teil.
Ein äußerst wichtiger Motivationsfaktor
in unserem Bestreben, in Santa Cruz de la Sierra, der
nach La Paz bedeutendsten Stadt Boliviens, die deutsche
Sprache und Kultur zu verbreiten, ist unsere große
Studienreise nach Deutschland.
Die Aussicht darauf, für einige Monate
die erlernte Sprache in Deutschland anwenden und
vertiefen zu können sowie die deutsche Alltagsrealität
in Familie, Schule und im Kontakt mit deutschen
Jugendlichen kennen lernen zu können, ist für unsere
Schüler ein sehr starker Stimulus.
Um diese Form der internationalen
Begegnung und interkulturellen Erziehung durchführen zu
können, suchen wir jedes Jahr aufgeschlossene und
interessierte Familien, die die Chance nützen möchten,
durch die Aufnahme eines(r) südamerikanischen
Schüler(in), den eigenen Horizont zu erweitern.
Im Folgenden möchten wir Ihnen kurz das
Wichtigste zu Organisation und Durchführung der
Studienreise bzw. des Schüleraustausches mitteilen:
Die Familien unserer Schüler gehören
meistens zur aufstiegsorientierten mittleren bis oberen
Gesellschaftsschicht. Die Schüler sind überwiegend in
einem traditionellen Sinn gut erzogen. Sie sind im
Durchschnitt 17 Jahre alt (11.Klasse) und haben in der
Regel 8-9 Jahre Deutschunterricht gehabt. Eine andere
Gruppe ist ca. 15 Jahre alt (10.Klasse), hat ein Jahr
früher ihr Sprachdiplom abgelegt und bereitet sich auf
das Internationale Abitur vor. Diese Regelung gilt
allerdings nur noch bis 2010, denn ab genanntem Jahr
werden nur noch die Schüler der 10. Klassen nach
Deutschland fahren. 2008 und 2009 sind also sogenannte
Übergangsjahre. Diese Umstrukturierung ist aufgrund der
Einführung des Internationalen Abiturs notwendig
geworden.
Schon in diesem Jahr greifen die ersten
Veränderungen. Der Austausch dauert 4 Monate, die
bisher durchgeführten individuellen Europatouren sind
strikt verboten, Ausnahmen ins europäische Ausland sind
Reisen mit der Gastfamilie bzw. angebotene Kursfahrten
der Schulen in Deutschland. Ebenfalls sollten Treffen
der bolivianischen Schüler innerhalb Deutschlands stark
eingeschränkt werden. In den letzten Jahren hat das
unkontrollierte Reisen durch Deutschland und Europa
stark Überhand genommen und entspricht schon lange nicht
mehr der Idee, dass Reisen bildet.
Da von November bis Januar hier die
großen Sommerferien sind, versäumen die Schüler durch
die Deutschlandreise nicht zuviel Unterrichtsstoff.
Ein Gegenbesuch bei der Familie des
Gastschülers in Santa Cruz, einem der sicher
reizvollsten Länder Lateinamerikas, ist vorgesehen, aber
nicht verpflichtend. Durch die stark angestiegene Zahl
der deutschen Gastschüler werden auch hier Veränderungen
greifen.
Die deutsche Gastfamilie stellt in der
Regel Kost und Logis, d. h. der bolivianische Gast nimmt
an den regulären Familienmahlzeiten teil und wohnt bei
der Gastfamilie.
Wir suchen unsere Schüler nach
bestimmten Leistungs- und Verhaltenskriterien aus, d.h.
wir schicken nur Schüler nach Deutschland, von denen wir
annehmen können, dass sie dem „Leben in der Fremde“
gewachsen sind und daraus Nutzen ziehen können.
Die interessierten Gastfamilien können uns ihre
Neigungen und Gewohnheiten mitteilen und Wünsche darüber
äußern, wie sie das Zusammenleben mit ihrem
Gastschüler/ihrer Gastschülerin gerne gestalten würden.
Die Schüler verfügen über gültige, von
der Deutschen Botschaft in La Paz ausgestellte
Einreisevisa, so dass der ausländerrechtliche Status
geklärt ist. Ihr Visum muss aber in Deutschland vor Ort
verlängert werden.
Sie haben alle ein ärztliches Gesundheitszeugnis.
Die Schüler sind über eine Sammelpolice
der Würzburger Versicherung unfall-, haftpflicht- und
krankenversichert. Wir lassen uns von den Eltern vor
Fahrtantritt der Schüler Erklärungen unterschreiben, die
Haftungs- und Regressansprüche bei eventuellen Unfällen
etc. während des Deutschlandaufenthalts ausschließen.
Bislang war es aber noch nicht nötig, darauf
zurückzugreifen.
Der Gastschüler soll nach Möglichkeit
während der Zeit seines Deutschlandaufenthaltes als
„ganz normaler Schüler“ eine entsprechende Klasse des
Gymnasiums oder einer anderen Schulform besuchen.
Wichtig ist, dass unser Schüler für 4 Monate „in die
Haut eines gleichaltrigen Deutschen“ schlüpft und am
gesamten Schulleben teilnimmt. Auch Hausaufgaben und
Klassenarbeiten sollten als Teil der neuen Erfahrungen
gesehen und mitgeschrieben werden. Eine Beurteilung muss
aus Deutschland mitgebracht werden.
Vor diesem Hintergrund sei die Bitte an
Sie gerichtet, sich einmal in aller Ruhe zu überlegen,
ob es für Sie und Ihre Familie nicht von Reiz sein
könnte, einen unserer Schüler aufzunehmen und es so zu
einer interkulturellen Begegnung kommen zu lassen.
Wir stehen Ihnen sehr gerne für weitere
Informationen zur Verfügung.
Bitte teilen sie uns Ihre Bereitschaft
zur Aufnahme eines/r Schülers/in so bald wie möglich
mit, damit wir alles rechtzeitig organisieren können.
Senden sie uns das beiliegende Formblatt ausgefüllt
zurück. Diese Informationen helfen uns, einen geeigneten
Gast für Ihre Familie auszusuchen.
Für heute bleibt uns nur, Ihnen einen
herzlichen interkontinentalen Gruß zu entbieten und uns
in der Hoffnung auf eine positive Resonanz zu
verabschieden.
Alles Gute aus dem
subtropisch-warmen Santa Cruz!
Beate
Schulz
Beauftragte für den Schüleraustausch
Kontaktadressen: Beate Schulz:
intercambiost_cruz@hotmail.com (Santa Cruz)