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Als unsere Schule 1936 gegründet wurde – die Stadt hatte damals ca. 25.000 Einwohner – geschah das auf Initiative der damaligen deutschen bzw. deutschsprachigen Kolonie, die sich vor allem durch Einwanderung in den beiden letzten Jahrhunderten gebildet hatte. Sie zählte damals einige hundert Personen.
Mit der Schulgründung wollten sie deutsche Lebenspraxis und deutsches Lebensgefühl – heute würden wir sagen deutsche Identität – durch den Erhalt der deutschen Sprache und die Vermittlung deutscher Erziehungsprinzipien und Ausbildungsinhalte stärken. Auch deswegen der Name „Deutsche Schule“.
Das Deutschland, auf das man sich 1936 aktuell beziehen konnte, sollte aus heutiger Sicht nicht zum Vorbild gedient haben. In Deutschland regierten die Nationalsozialisten, d. h. nicht deutscher Geist sondern deutscher Ungeist.
Als dann im 2. Weltkrieg die Alliierten die Oberhand gewannen, wurde die „Deutsche Schule“, nach der militärischen Niederlage und im moralischen Desaster Deutschlands, geschlossen.
Jeder Neuanfang nach dem 2. Weltkrieg musste schwer fallen. In der Namensgebung wich man erst einmal auf das Pädagogisch-Allgemeine aus und eröffnete die Schule erneut, jetzt als „Pestalozzi Schule“. Seit 1956 wird sie wieder als Deutsche Auslandsschule anerkannt und von Deutschland unterstützt. Jetzt heisst sie auch wieder Deutsche Schule.
Deutsch-bolivianisches Bildungsprojekt:
Der Name „Deutsche Schule“ ist geblieben.
Bei der heutigen Schule handelt es sich um ein deutsch-bolvianisches Bildungs- und Kooperationsprojekt, für das der Rahmen in einem 1966 ausgehandelten Staatsvertrag zwischen der Republik Bolivien und der Bundesrepublik Deutschland abgesteckt ist.
Danach soll in freundschaftlicher Zusammenarbeit Verständnis für die Kultur, das Geistesleben und die Lebensweise des jeweils anderen Volkes geweckt werden.
Den Deutschen Schulen in Santa Cruz und La Paz werden dabei grosse Freiheiten bei der Gestaltung ihres Bildungsarbeit und ihres Unterrichts eingeräumt.
Strukturell ausgelegt ist unsere Schule vor allem auch auf den Erwerb interkultureller Kompetenz, d. h. die Begegnung und der Umgang mit dem kulturell Andersartigem, mit dem Fremden findet täglich statt. „Interkulturelle Kompetenz“ gilt als eine erste Schlüssel qualifikation für das 21. Jahrhundert.
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